Wanderfahrt mit besonderem Kultur-Genuss und EZB-Besuch in Frankfurt am Main

Rudern, Kultur und Einblicke in die Zusammenhänge der europäischen Finanzpolitik - eine interessante Kombination, die mich dazu bewogen hat, erstmals an einer Wanderfahrt des Rudervereins Esslingen teilzunehmen. Zu neunt ging es nach Frankfurt am Main, wo wir uns nicht nur sportlich betätigten, sondern auch vom Wasser aus ein tolles Open-Air-Konzert erlebten und tags darauf in den Genuss einer Führung durch die Europäische Zentralbank (EZB) kamen.
Am Donnerstag, 20. August, ging es um 8 Uhr los am Bootshaus des RVE. Unser Wanderruderwart Bernhard hatte einen Bus gemietet und uns dann alle abgeholt. Wir, das waren vier Frauen, Andrea, Doris, Simone und ich, sowie vier Männer, Bernhard, Olaf, Manfred und Andreas. Wolfram kam direkt nach Frankfurt. Nach einem kurzem Zwischenstopp in unserem Hotel in Frankfurt ging es direkt zum Ruderverein Borussia. Dort wurden wir freundlich in Empfang genommen. Wir bekamen Infos zu den Booten und Umkleiden. Dann ging es Richtung Wasser. Der Blick von dort ist sehr beeindruckend. Man sieht die Skyline von Frankfurt, und irgendwie erschien mir der Main deutlich breiter als unser Neckar.
Da ich als Ruderrevier bisher ausschließlich unseren Neckar kannte, war Vieles neu für mich. Über eine steile Rampe ging es an den Main. Der Steg bewegte sich mit den Wellen auf und ab. Zwei Boote wurden ins Wasser getragen und die Mannschaften eingeteilt. Alle zogen eine Rettungsweste an. Und dann ging es los. Wir ruderten zur Schleuse, an der ein Abteil nur für die Sportboote war und die von Hand bedient werden musste.
Dann ging es weiter mainaufwärts. Hier gab es mehr Wellen und einen regen Schiffsverkehr. Man war ein Boot von vielen und man musste alles gut im Blick haben. Zum Glück waren lauter erfahrene Wanderruderer dabei, die alle ruhig und entspannt waren. Wir ruderten an Offenbach vorbei Richtung Mühlheim. Langsam wurde der Schiffsverkehr weniger und das Ufer grüner. Irgendwo in der "Pampa" wendeten wir und fuhren zurück, um unsere weiteren Termine einhalten zu können. Insgesamt legten wir an diesem Tag 30 Kilometer auf dem Wasser zurück.
Nach einem leckeren Abendessen in der Gaststätte Borussia ging es wieder aufs Wasser Richtung EZB. Wir waren alle schon gespannt und in freudiger Erwartung auf das Konzert. Es war ein besonderes und einmaliges Erlebnis. Direkt am Main gelegen war die Open-Air-Bühne mit über 10 000 Zuschauer-Plätzen. Die Menschen saßen auf dem Gelände, standen ringsum auf den Balkonen, drängten sich am Ufer oder waren auf dem Wasser unterwegs. Um uns herum waren kleine Yachten, Ruderboote, Stand-up-Paddle-Boards und Kanus. Polizeiboote fuhren hin und her.
Das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks (HR) bescherte uns einen anspruchsvollen Musikgenuss mit Blick auf die Skyline von Frankfurt.
Danach hieß es wieder zurückrudern, Boote zurückbringen, alles einpacken und ins Hotel fahren. Nach einem gemeinsamen "Schlummertrunk" an der Bar ging es Richtung Bett.
Am Freitag stärkten wir uns am reichhaltigen Frühstücksbuffet im Hotel und im nahe gelegenen Café. Dann ging es los Richtung EZB. Die Europäische Zentralbank ist ein imposantes und markantes Gebäude. Es gelten ähnliche Sicherheitsstandards wie am Flughafen. Man darf auch keine Kameras oder Sicherheitsvorrichtungen dort fotografieren. Eine sehr freundliche und kompetente Mitarbeiterin nahm uns in Empfang. Angenehm war, dass wir als Gruppe unter uns waren.
Wir besichtigten die Empfangsräume, bekamen Infos zur Architektur und zum Arbeitsablauf in der EZB. Interessant waren auch die neuen Design-Vorschläge für die künftigen Euro-Scheine. Danach waren wir zu einem Vortrag eingeladen. Die Mitarbeiterin erklärte uns die Aufgaben der Europäischen Zentralbank und beantwortete unsere Fragen. Für uns alle war diese Führung hochinteressant und sehr lehrreich.
Danach hatte Olaf für uns einen Tisch in einer traditionellen Apfelwein-Gaststätte reserviert. Der "Äbbelwoi" wurde in einem graublauen Tonkrug, dem „Bembel“, serviert und von den Meisten von uns für gut befunden. Zum Essen bestellten einige die berühmte "Frankfurter Grüne Soße", eine traditionelle kalte Kräutersoße aus dem Frankfurter Raum, die klassischerweise mit Kartoffeln und gekochten Eiern serviert wird. Uns hat es allen sehr gut geschmeckt.
Im Anschluss daran ging es weiter Richtung Frankfurter Altstadt. Olaf hatte eine Führung für uns gebucht. Der freundliche und erfahrene Stadtführer gab uns einen kleinen geschichtlichen Überblick und zeigte uns die Altstadt mit der Paulskirche und den "Eisernen Steg" mit Blick zum Museumsufer. Wir flanierten durch verwinkelte Gassen und kamen an kleinen Konditoreien und Cafés vorbei. Zu Bestaunen gab auf dem Weg auch viele hübsche Fachwerkhäuser. Nach diesem ereignisreichen Tag begaben wir uns Richtung Parkhaus und fuhren wieder zurück nach Esslingen.
Ein herzlicher Dank geht an
….Bernhard für die Organisation und die Absprachen mit dem Frankfurter Ruderverein sowie für unser komfortables Fahrzeug und das Fahren.
... Olaf für die tollen Ideen, die Planung und Organisation unserer Programmpunkte
... Simone für die gute Hotel-Auswahl und Buchung unserer Zimmer
... Andreas für die Heimfahrt
Danke, dass ich ein Teil dieser Gruppe sein durfte. Es war ein ganz besonderes und unvergesslichen Erlebnis für mich.
Birgit Maurer


































